Café-Klatsch mit André Gatzke

Ob „Die Sendung mit der Maus“, „Die Sendung mit dem Elefanten“ oder „2 durch Deutschland“ – André Gatzke ist aus der Fernsehlandschaft von ARD, WDR & KiKa nicht wegzudenken.

Zudem moderiert der gebürtige Hemeraner Events und Galas, steht mit Kollegin Anke Engelke oder dem WDR Funkhausorchester auf der Bühne und vertont Hörspiele wie „Die drei Fragezeichen“. In diesem Jahr durfte er sich über die Grimme-Preis-Nominierung der Elefanten-Sendung „Spezial Flüchtlinge“ freuen. Vor seiner Fernsehkarriere absolvierte der junggebliebene 41-Jährige unter anderem eine Ausbildung zum Hotelfachmann im Lennhof, dem damaligen Mannschaftshotel von Borussia Dortmund. Zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt André heute in Köln. In Kürze erscheint sein zweites Buch „Das skurrile Erfinderbuch“.


Karl Journal: André, wie sieht für Dich ein perfektes Abendessen aus?

André Gatzke: Das kommt darauf an. Mit meiner Frau und meinen Kindern am Abendbrottisch zu sitzen, ist für mich eigentlich schon das perfekte Abendessen. Wenn ich mir aber mit meiner Frau einen schönen Abend im Restaurant machen möchte, wird es schon schwieriger. Ich esse sehr gerne vietnamesisch oder mongolisch. Da kann sich meine Frau aber nicht wirklich für begeistern. Daher wird es meistens ein solides, deutsches Restaurant.

KJ: Verrätst Du uns Dein Lieblingsgericht?

AG: Wenn ich unterwegs bin, bestelle ich mir im Restaurant sehr gerne ein Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln – schön dunkel – dazu Zwiebeln mit Speck und Salat. Am besten in einer Dorfschänke oder einem alteingesessenen Restaurant. Die können das am besten. 

KJ: In deinem Beruf wird sicherlich auch mal „auf die Schnelle zwischendurch“ gegessen. Was gibt es dann?

AG: Ich komme jetzt gerade von einem Dreh für die Reihe „2 durch NRW“. Da haben wir dann einen Wagen voller Süßkram, Minisalami und sowas dabei. Davon haben wir uns tatsächlich zehn Tage lang über Wasser gehalten. Abends im Hotel schlagen wir uns dann natürlich die Bäuche voll.

KJ: Apropos Hotel. Du bist ja häufig in Hotels zu Gast. Achtest Du als gelernter Hotelfachmann sehr auf Service und Personal?

AG: Wenn ich zum Beispiel auf Solo-Lesereise bin, gehe ich abends oft alleine essen – dann achte ich da schon ganz gerne drauf. Vor allem auf das Personal, auf die Freundlichkeit, ob sie nachfragen oder wie sie nachfragen. Da gibt es ziemliche Unterschiede. Das bekommt man irgendwie nie raus.

KJ: Wie ist denn die kulinarische Versorgung in der WDR-Kantine?

AG: Bei den Studios in Bocklemünd gibt es eine richtig große Kantine. Da esse ich sehr gerne den Salat, denn die haben ein wirklich hervorragendes Salat-Büffet. Sofern man nicht zu spät kommt ... Aber die haben auch tolle Themen-Wochen, da gibt es dann gute Burger oder auch mal Indien-Tage oder so. Ich bin nicht so oft in Bocklemünd, daher finde ich das richtig klasse. Die Kollegen, die da täglich hingehen, meckern natürlich, dass sich vieles wiederholt. Wie bei jeder Kantine …

KJ: Findest Du Zeit und Muße selber zu kochen? Oder bist Du da eher talentfrei?

AG: Naja … ich krieg uns satt, wenn meine Frau mal nicht da ist. Aber meistens habe ich einfach keine Lust zu kochen. Und wenn, dann richte ich sehr gerne an. Da bricht auch mal ein Kartoffelpüree-Vulkan mit Ei aus oder ein Butterbrotschiff mit Gurkensegel geht auf Reise. Das ist mein Ding.

KJ: Und wie finden die Kinder Papas Kochkünste?

AG: Immer gut. Es gab zumindest noch keine Beschwerden. Auch nicht über das Personal. Es gibt ja meistens auch nur Pizza, Spaghetti und so typische Papa-Sachen.

KJ: Wie war das in deiner Kindheit? Meist hatte man ja Gerichte, die man absolut nicht mochte …

AG: Ich war und bin glücklicherweise Alles-Esser. An ein „Um Gottes Willen“-Gericht kann ich mich echt nicht erinnern. Wenn ich beim Thema Essen an meine Kindheit denke, fällt mir vor allem ein, dass mein Vater im Restaurant mit uns immer zum Zeitvertreib irgendwelche Spiele gespielt hat. Das war auch die Grundidee für „Das André Spielebuch“. Darin stelle ich 365 Spiele vor, die man schnell und ohne Vorbereitung spielen kann. Bierdeckel, Strohhalm, Serviette und schon kann‘s losgehen. Das verbinde ich mit meiner Kindheit.

KJ: Deinen Geburtsort Hemer hast Du vor einigen Jahren Richtung Rheinland verlassen. Konntest Du Freunde aus der alten Heimat schon von Kölner Spezialitäten überzeugen?

AG: Die meisten gucken zumindest irritiert, wenn man abends unterwegs ist, noch schnell „ne halve Hahn“ essen geht und es dann nur ein altes Brötchen mit Käse gibt.

KJ: Bist Du denn schon zur Kölsch-Fraktion übergelaufen oder darf es lieber Pilsbier sein?

AG: Wenn dann Pils – als Radler. Ehrlich gesagt bin ich kein großer Alkohol-Genießer. Auch Wein geht gar nicht. Das war in der Ausbildung damals immer eine Katastrophe, wenn ich Gästen etwas über Weinanbaugebiete und Geschmacksnoten erzählen sollte, aber noch nie einen Tropfen davon probiert hatte. Aber ging auch – nicht jeder Ferrari-Verkäufer fährt Ferrari.

KJ: Erzähl uns doch zum Abschluss noch etwas über dein neues Buch.

AG: Es erscheint Mitte Juli. Das Thema sind 13 Erfindungen zum Selbermachen und Nachbauen, wie zum Beispiel einen automatischen Putzbesen, eine Eismaschine oder eine Saftmixmaschine. Eigentlich doch auch was fürs Gastgewerbe, oder?

KJ: Danke für den Tipp, wir werden uns das ansehen – und vielen Dank für das Gespräch.

AG: Ich danke.

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