Wanderlust mit vielen Höhepunkten

Die Umgebung rund um das Café und Restaurant Karl in Neuenrade ist ideal zum Wandern. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist im Sauerland dafür die schönste Zeit.

Neben dem 250 Kilometer langen „Höhenflug“ gibt es viele gut erschlossene Wanderrouten, auf denen die Region wunderbar entdeckt werden kann. Eine von ihnen ist ein kleiner Rundweg, der durch das Brunnenbachtal führt.

Der Brunnenbach entspringt recht hoch am Kohlberg (515 m). Direkt in der Nähe der Quelle ist in ein sehr beliebtes Ausflugsziel: der 14 Meter hohen Quitmannsturm. Benannt ist die stählerne Aussichtsplattform nach dem Lehrer Carl Friedrich Quitmann, dem ersten Lehrer in Neuenrade. Seine Söhne wanderten nach England aus und stifteten ihrem Vater 1893 das Bauwerk. Oben angekommen bietet der Turm einen schönen Weitblick ins Lennebergland im Norden und ins Ebbegebirge im Süden.

Start und Ziel der Wanderung ist aber der Wanderparkplatz, der zur Skiwiese am Kohlberg führt, etwas unterhalb des Quitmannsturms Von hier aus geht es auf dem Iserlohner Postweg zum Brunnenbach. Entlang des Baches führt der Weg bergab durch den Wald. Am Wegesrand liegt der Privatfriedhof der Familie Schniewindt, der ehemaligen Gutsbesitzer von Berentrop. Weiter unten im Tal steht das Gut Berentrop, ein ehemaliges Kloster. Hier lebte eine Gemeinschaft von Priestern, die das Armuts-, Enthaltsamkeits- und Gehorsamsgelübde ablegten. Das Kloster entstand im 13. Jahrhundert, verlor aber mit der Reformation im 17. Jahrhundert seine Bedeutung.

Die Gebäudegruppe wurde zunächst verpachtet, dann verkauft. Ein Brand zerstörte 1815 einen Großteil der Anlage. Auf dem Gelände errichtete die Eigentümerfamilie ein neues Haupthaus, das sie bis zum Verkauf im Jahr 1955 bewohnte. Dann wurde das Anwesen landwirtschaftlich genutzt. Das heute leerstehende Gutshaus steht seit 2010 teilweise unter Denkmalschutz.

Unmittelbar neben dem Gut legten Forscher im Jahr 1965 ein industrielles Kleinod frei. Der Rennofen aus dem 13. Jahrhundert dokumentiert die Anfänge der industriellen Eisenverarbeitung in der Region. Hier im Brunnenbachtal nahe dem Kloster wurden über ein Dutzend dieser schlichten Lehmöfen entdeckt, die mit Holzkohle betrieben wurden. Der Name Rennofen leitet sich vom Wort „rinnen“ ab, weil bei dieser Art der Eisenverhüttung die flüssige Schlacke aus dem Ofen herausgeronnen ist.

Von Berentrop aus führen die Straßen Berentrop und Lange Gasse den Wanderer in die Innenstadt von Neuenrade, vorbei an der katholischen Pfarrkirche St. Marien Heimsuchung. Sie ist aus einer im Jahr 1360 von Graf Engelbert III. gestifteten Kapelle entstanden. Im Jahr 2001 erfolgte die Einweihung eines Glockenspiels am Kirchturm.

Schräg gegenüber der Kirche führt der Weg zum Stadtpark von Neuenrade. Hier steht eine etwa 900 Jahre alte, als Naturdenkmal unter Schutz stehende Gerichtslinde. Im Spätmittelalter wurden hier Gerichtsverhandlungen abgehalten und Urteile gefällt. Auf dem Gerichtspfad stehen 42 Bronzetafeln, die seitlich eines Weges rund um den Park verlegt wurden. Auf den Platten sind wichtige Daten der deutschen Geschichte und der Weltgeschichte vermerkt. Ergänzt wurden Sie durch Daten der Stadtgeschichte, beispielsweise die ersturkundlichen Erwähnungen der Dörfer und der Stadt.

Ein Haus in der Erste Straße 16 hat eine teilweise dunkle Vergangenheit. Eine nachgebaute Trille – eine Art Käfig, in dem Verbrecher dem Volk präsentiert, beschimpft und bespuckt wurden – zeugt von seiner Zeit als Gerichtshaus. Bis Anfang des 20. Jahrhunders wurden hier kleine Verbrechen mit dem Pranger, große mit dem Tod am Galgen bestraft.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit für eine Erholungspause im Karl, Am Stadtgarten 4. Nachmittags stärken sich die Wanderer mit Kuchen und Torten oder probieren eine der vielen Eisspezialitäten. Bis 14 Uhr gibt es hervorragende Mittagsgerichte mit Steakvariationen oder Fisch oder das täglich wechselnde Tagesgericht.

Mit neuer Kraft geht es jetzt den Kohlberg wieder hinauf zum Parkplatz. Eine Möglichkeit ist, nach einem Bummel durch die schöne Altstadt in der Zweiten und Dritten Straße über die Lange Gasse und den Tannenweg über die Wanderwege wieder zurück zum Wanderparkplatz zu gelangen. Mit etwas Glück und zur richtigen Tageszeit sind von hier aus wunderschöne Sonnenuntergänge zu beobachten.

 

 

 

Wichtige Daten 

Laufzeit Rundweg: ca. 2,5 Stunden, 12 km

 

Koordinaten

Kohlberg 51° 17‘36‘‘ N, 7° 46‘0‘‘ O 

Quitmannsturm 51° 17‘35‘‘ ″N , 7° 45‘59‘‘″ O 

Parkplatz Skiwiese 51° 17‘30‘‘ N, 7° 46‘29‘‘ O

Brunnenbachquelle 51° 17‘48‘‘ N, 7° 46‘26‘‘ O

Rennofen Berentrop 51° 17‘27‘‘ N, 7° 47‘03‘‘ O

Karl 51° 16‘52‘‘ N, 7° 46‘59‘‘ O

Dritte Straße 51° 16‘55‘‘ N, 7° 46‘46‘‘ O

Tannenweg 51° 17‘07‘‘ N, 7° 46‘48‘‘ O

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